Blog: Hartmann Rechtsanwälte
7.04.2016

Qualität der Inkontinenzversorgung wird nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes deutlich verbessert

Soweit es zur Gewährleistung einer ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung erforderlich ist, können im Hilfsmittelverzeichnis indikations- und einsatzbezogen besondere Qualitätsanforderungen für Hilfsmittel festgelegt werden, vgl. § 139 Abs. 2 SGB V. Das Hilfsmittelverzeichnis wird durch den GKV-Spitzenverband erstellt und ist durch diesen auch regelmäßig fortzuschreiben. Das Verzeichnis gliedert sich in Anlehnung an das Therapieziel in 33 Produktgruppen.

Die Produktgruppe 15 „Inkontinenzhilfen“ wurde nun unter dem 11.03.2016 durch den GKV-Spitzenverband fortgeschrieben und die Qualitätsanforderungen an aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel im Hilfsmittelverzeichnis nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes „deutlich angehoben“.

So wurden in Bezug auf die Saugleistung der Inkontinenzhilfen insbesondere die Aufsauggeschwindigkeit und die Rücknasswerte angehoben, denn eine schnelle Flüssigkeitsaufnahme sowie eine hohe Flüssigkeitsbindung sind wesentliche Faktoren für eine effektive Versorgung der Versicherten. Ebenso wurden als zusätzliche Qualitätsanforderungen die Absorption von Gerüchen und die Atmungsaktivität der Produkte festgeschrieben. Aber auch einheitliche Vorgaben für die Beratung der Versicherten, der bedarfsgerechten Produktauswahl und zusätzliche Service- und Garantieleistungen wurden dargelegt. Schließlich sollen auch keine pauschalisierten Bedarfsmengen mehr für die Versorgung zugrunde gelegt werden, vielmehr wird jetzt eine individualisierte Bedarfsermittlung vorgeschrieben. Für die Umsetzung bei der Versorgung gilt eine Übergangsfrist von einem Jahr. Herr Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes erklärte: „(…) Die Versorgung wird sich jetzt nachhaltig verbessern. Von den rund 2.200 für diesen Bereich gelisteten Produkten werden sicherlich über 600 Produkte nach Ablauf von einem Jahr, also nach dem Ende der Übergangsfrist, nicht mehr abgegeben werden dürfen. Was den neuen Qualitätsanforderungen nicht entspricht, wird gestrichen. Wir räumen da gründlich auf!“

Der GKV-Spitzenverband teilte mit, dass circa 1,5 Million Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung regelmäßig mit aufsaugenden Inkontinenzhilfsmitteln versorgt werden. Bei der Versorgung gab es bisher Mängel wie nässende Windeln, unzureichende Versorgungsmengen und hohe Aufzahlungen. Es ist zu wünschen, dass die Mängel durch die Fortschreibung der Qualitätsanforderungen beseitigt werden.

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