Blog: Hartmann Rechtsanwälte
31.03.2015

Lohnsteuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen ab 01.01.2015

Mann prüft ganz genau eine AkteDurch das „Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ wurde u. a. ab 01.01.2015 die lohnsteuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen neu geregelt.

Der erste wesentliche Unterschied zur bisherigen Regelung besteht darin, dass die 110-Euro-Grenze für die Steuerfreiheit von Aufwendungen pro Mitarbeiter während einer Betriebsveranstaltung von einer Freigrenze in einen Freibetrag umgewandelt wurde. Dies bedeutet für die Zukunft, dass bei Überschreiten der 110-Euro-Grenze nur der übersteigende Teil lohnsteuerpflichtig (und ggf. sozialversicherungspflichtig) wird, statt einer Besteuerung und ggf. Verbeitragung des gesamten Betrages wie bisher. Die Möglichkeit zur Pauschalversteuerung mit 25 %, bei etwaig lohnsteuerpflichtig werdenden Tatbeständen, ist erhalten geblieben.

Eine weitere wesentliche Veränderung betrifft die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die Berechnung des 110-Euro-Freibetrages; hier allerdings zum Nachteil der Steuerpflichtigen. Nicht nur die unmittelbaren Kosten einer solchen Betriebsveranstaltung, sondern auch Zusatzkosten sollen mit einberechnet werden. So werden zum Beispiel Kosten für Raummieten im Zusammenhang mit dem Rahmenprogramm in die Berechnung der Grenze mit einbezogen sowie Kosten für Begleitpersonen des jeweils betroffenen Mitarbeiters oder Mitarbeiterin.

Der Gesetzgeber definiert: „Kosten, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet“.

Selbstkosten des Arbeitgebers bleiben unberücksichtigt, dies wären z. B. Abschreibungen auf ein Unternehmensgebäude bei Durchführung der Veranstaltung in eigenen betrieblichen Räumen des Arbeitgebers. Klarstellend wird auch geregelt, dass die Betriebsveranstaltung nicht zwingend allen Betriebsangehörigen offenstehen muss, sondern dass z. B. Abteilungsveranstaltungen möglich werden. In die 110-Euro-Berechnung werden auch Fahrtkosten eingerechnet, allerdings können steuerfreie Leistungen für Reisekosten aus der Bemessungsgrundlage herausgerechnet werden.

Ebenfalls einzubeziehen sind Präsente; hier waren bisher nur die üblichen Geschenke bis zur Wertgrenze von 40,00 € (ab 2015 60,00 €) betroffen. Zukünftig sind aber auch größere Präsente, wie z. B. Verlosungsgewinne, einzubeziehen.

Da jedoch der Freibetrag in jedem Fall voll abgezogen werden kann und die Möglichkeit der Pauschalversteuerung besteht, ist hier zu erwarten, dass die Steuerlast im Ergebnis sinkt.

 

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