Blog: Hartmann Rechtsanwälte
4.07.2017

Geballtes Fachwissen zum HHVG

Nahezu 100 Teilnehmer haben am 04.05.2017 in Hannover bzw. am 07.06.2017 in München die Gelegenheit genutzt, sich aus erster Hand über die Änderungen des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (HHVG) zu informieren. Dr. Roy Kühne, MdB und Berichterstatter des Gesundheitsausschusses für den Bereich der nichtärztlichen Leistungserbringer, hat nicht nur die Änderungen und deren Entstehungsgeschichte dargestellt, sondern ist auch umfassend auf die vielfältigen Fragen und Diskussionsbeiträge der Teilnehmer eingegangen. Da Dr. Kühne als gelernter Physiotherapeut und Inhaber eines Gesundheitszentrums nicht nur über profunde Fachkenntnisse verfügt, sondern auch ein ausgeprägtes Verständnis für den Markt und dessen Strukturen hat, wurde dieser Teil der Veranstaltung zu einem intensiven Meinungsaustausch, in dessen Verlauf Dr. Kühne auch mehrfach betonte, dass die aktuellen Open-House Verfahren im Hilfsmittelbereich, wie sie derzeit etwa von der KKH betrieben werden, auch seiner Meinung nach unzulässig und zu unterbinden seien.

Was die Änderungen im HHVG in Bezug auf die Neudefinition der Verbandmittel bedeuten und welche Entwicklung in diesem Marktsegment zu erwarten ist, stellte anschaulich Dr. Christian Münter dar. Dr. Münter gehört als Vorstand der Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW) einem anhörungsberechtigten Organ im Gesetzgebungsverfahren an und konnte daher nicht nur zu den Hintergründen der Legaldefinition, dem Arbeitsauftrag des G-BA in Bezug auf die Abgrenzung der Produktbereiche, sondern auch zu den in den kommenden Jahren anstehenden Entwicklungen im Bereich der Wundversorgung umfassend berichten.

Insgesamt hat es sich um rundherum gelungene und extrem informative Veranstaltungen gehandelt, wie das Feedback der Teilnehmer belegt hat.

Wie wichtig eine detaillierte Kenntnis über die Neuerungen des HHVG ist, belegt aktuell das Vorgehen einzelner Krankenkassen, die unter Bezugnahme auf die Neuerungen des HHVG von Leistungserbringern Informationen im Rahmen der Abrechnung fordern, die das HHVG tatsächlich überhaupt nicht vorsieht. Eine intensive Schulung über sämtliche gesetzgeberische Neuerungen ist daher für alle Marktteilnehmer heute unabdingbar.

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Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Medizinrecht, Partner

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