Blog: Hartmann Rechtsanwälte
9.10.2018

Die neue Gesundheits-App „Vivy“ – Transparenz für alle?!

Für die Versicherten ist es selbstverständlich praktisch, wenn eine App sie an Impftermine und Untersuchungen erinnert und sogar hilft, Mehrfachbehandlungen zu verringern und Medikamentenunverträglichkeiten besser zu erkennen. Schließlich wäre es in Zeiten der Digitalisierung, in der wir mit Hilfe unseres Smartphones oder Tablets unseren Alltag bewältigen, nur zu selbstverständlich, dass eine entsprechende Gesundheits-App angeboten würde. Umso schöner liest es sich, wenn der Anbieter selbst seine App mit einem mehrstufigen Sicherheitsprozess und asymmetrischer End-zu-End-Verschlüsselung anpreist. Immerhin ist die App vom TÜV Rheinland auch als „Sichere Mobile Applikation“ zertifiziert und sogar als Medizinprodukt zugelassen.

Ein Blick in die Datenschutzerklärung von „Vivy“ macht deutlich, dass bereits nach dem Start der App unterschiedliche Daten an mehrere Analysefirmen in den USA geschickt werden. Zwar handelt es sich hierbei nicht um Gesundheitsdaten, aber von einer App, die mit eben solchen sicher umgehen soll, ist an dieser Stelle etwas vollkommen anderes zu erwarten. Stattdessen wird beim Anlegen des Benutzerkontos mit vollem Namen und der Krankenversicherung sowie nach Angabe der Handynummer für eine sichere Zwei-Faktor-Autorisierung darüber informiert, dass die Funktion von einem Drittanbieter aus San Francisco bereitgestellt wird.

In der Startversion war dem Nutzer dabei noch nicht einmal möglich, in die Datenschutzerklärung einzuwilligen und der Weitergabe der zahlreichen Informationen an Drittanbieter zuzustimmen – wenigstens dies wurde mit einer neuen Version nun nachgebessert.

Keine Frage, eine digitale Lösung der Gesundheitsakte ist längst überfällig – aber nicht auf Kosten des Datenschutzes und der Datensicherheit. Wir raten daher: Finger weg von dieser App!

The following two tabs change content below.

Rechtsanwältin