Blog: Hartmann Rechtsanwälte
12.04.2018

Die Datenschutzerklärung – Neue Informationspflichten

Betreiben Sie eine Website? Dann sollten Sie aufmerksam weiterlesen!

So gut wie jede Website benötigt eine neue Datenschutzerklärung; es sei denn, es handelt sich um eine rein private. Das wird bei Ihnen nicht der Fall sein, selbst wenn für Sie Ihre Arbeit ein Vergnügen ist.

Ab dem 25.05.2018 stellt die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) unmittelbar geltendes Recht dar und bei Verstößen drohen nicht nur immense Bußgelder, sondern sie sind auch abmahnfähig. Nichts ist einfacher, als über Ihre Homepage, – Ihr Aushängeschild und Ihre Visitenkarte – Ihr Datenschutzniveau zu erfahren. Und da nun mal ein beliebter Volkssport das Abmahnen anderer Unternehmen ist, welcher durch die anwaltliche Zunft teilweise noch bestärkt wird, werden wahrscheinlich ab dem 25.05.2018 die Abmahnverfahren aufgrund falscher oder fehlender Datenschutzerklärungen exponentiell ansteigen. Das muss Sie nicht treffen.

Haben Sie mal nachgeschaut, wo Ihre Datenschutzerklärung steht und wie Sie dorthin gelangen? Hier wäre es schlecht, wenn Sie den Link dahin schon nicht finden würden. Ähnlich wie das Impressum muss auch die Datenschutzerklärung einfach und direkt zugänglich sein. Am besten über die Startseite.
Mit der Bereitstellung einfachster Webseiten werden bereits personenbezogene Daten verarbeitet, sobald jemand eine Ihrer Webseiten aufruft. Darüber haben Sie die betroffene Person auch jetzt schon zu informieren. Die DSGVO verlangt aber diesbezüglich wesentlich mehr. Zu den Neuerungen gehört die Pflicht zur Nennung der Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung sowie eine umfangreiche Auflistung der Rechte der Betroffenen. Diese sind:

  • das Recht auf Auskunft über alle vom Betroffenen gespeicherten Daten
  • das Recht auf Löschung und Korrektur dieser Daten
  • das Recht auf den Widerruf
  • das Recht auf Einschränkung der Datenverarbeitung sowie
  • das Widerspruchsrecht, welches in einer besonders hervorgehobenen Form erfolgen muss, durch die sich dieser Teil von den anderen Elementen der Datenschutzerklärung auch schon optisch abhebt
  • das Beschwerderecht bei der Datenschutzaufsichtsbehörde
  • das Recht auf Datenübertragbarkeit
  • ggf. Nennung der Kontaktadresse des Datenschutzbeauftragten (E-Mailadresse reicht aus)
  • die Nennung der Empfänger der erhobenen Daten
  • bei Drittlandtransfer die Nennung, ob entsprechende Datenschutzabkommen bestehen
  • die Nennung der Speicherfristen und schließlich
  • die Nennung über das Bestehen einer automatischen Entscheidungsfindung.

Und das alles auch noch in verständlicher Weise. So sollen die Informationen präzise, transparent, in leicht zugänglicher Form und einer klaren und einfachen Sprache zur Verfügung gestellt werden. Da stellt sich die Frage, wie Sie dem gerecht werden sollen.

Wir empfehlen Ihnen dazu ein zweistufiges Modell: In der ersten Stufe werden die wichtigsten Informationen kurz und verständlich präsentiert. Wer mehr wissen möchte, wird dann zur zweiten Stufe auf den Langtext verwiesen.

Wenn Sie dazu Hilfe benötigen, sprechen Sie uns gerne an!

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